Wendepunkte

Gesichter sind die Lesebücher des Lebens.

Federico Fellini

Geboren in Jena, aufgewachsen im schönen Thüringen, an der Saale hellem Strande. Glückliche Kindheit mit viel Zeit und Muse, einer großen coolen Schwester, tollen Eltern. Erste Schreibversuche auf der Schreibmaschine mit 7 und die Erkenntnis, dass eine Geschichte anzufangen, leicht, aber sie zu Ende zu bringen, schwer ist.

Mit 14 nehme ich mit einem Schulaufsatz an einer Ausschreibung „Wendekinder“ teil und werde zu einem Dokumentarfilm- Workshop nach Schwerin eingeladen. Dort lerne ich gemeinsam mit einer Freundin bei Drehbuchautorin und Dramaturgin Gabriele Kotte viel über das Filmemachen und noch mehr über das Leben.

Infiziert mit dem „Filmvirus“ drehen wir auf eigene Faust mehrere Dokumentarfilme. Nach dem Abitur 1996 ziehe ich zunächst für drei Monate ins Lake District/ Cumbria/ Großbritannien, arbeite dort in einem Restaurant. Danach absolviere ich verschiedene Praktika beim MDR Fernsehen und beim Radio, um im April 1997 mein Journalistik/ Germanistik- Diplom- Studium in Leipzig aufzunehmen.

Jedoch ist das tatsachenbetonte Schreiben von Nachrichten nicht ganz mein Ding und ich beginne im Oktober 2000 nach geglückter Aufnahmeprüfung, eingeschüchtert vom nigelnagelneuen Glas- Sichtbeton- Palast der Filmhochschule „Konrad Wolf“, mein Drehbuch/ Dramaturgie- Studium in Potsdam/ Babelsberg. Wir sind fünf Frauen in der Drehbuchklasse und unser großartiger Drehbuchlehrer Jochen Nestler nennt uns seine „Miezen“. Wir schreiben erste Drehbücher und lernen, mit Kritik umzugehen und gemeinsam zu plotten.

Bei Peter Rabenalt, Peter Wuss und Birgit Johnson studiere ich großartige Filme der Filmgeschichte und beschäftige mich intensiv mit Filmdramaturgie, Filmanalyse und Filmwahrnehmung.

Mein erstes Drehbuch „Flachschwimmer“ wird für die ZDF- Reihe „Achterbahn“ verfilmt und ausgestrahlt.

Kurz vor den Drehbarbeiten zu meinem ersten eigenen Kurzfilm, stirbt ganz plötzlich und unvorhersehbar mein Vater im Alter von 52 Jahren. Das erschüttert mich und meine Familie und verändert alles. Meine kreative Arbeit an der Filmhochschule ruht in der Zeit der Trauer. Um zu verarbeiten und zu verstehen, was uns da gerade passiert ist, drehe ich drei Monate nach dem Tod meines Vaters den Dokumentarfilm „Bei uns“ (Kamera: Thomas Bergmann). Die Arbeit an dem Film hilft mir, die Trauer und den Schmerz zu verarbeiten, auch wenn für immer eine Wunde bleibt. Der Film wird beim Bundesfestival Film ausgezeichnet.

Für den Dokumentafilm „Seemannsbräute“ begleite ich gemeinsam mit meiner Co- Regisseurin Solveig Willkommen zwei junge Mädchen, die zur See fahren wollen. Frauen an Bord? Unser Film „Seemannsbräute“ erzählt davon…

Meine Diplomarbeit schreibe ich über das Verhältnis von Regisseur und Protagonisten in Langzeitdokumentationen, interviewe dazu Volker Koepp und Wolfgang Ettlich. Im Dezember 2005 werde ich zum ersten Mal Mutter eines Sohnes. Im Sommer 2006, nach sechs intensiven und abwechslungsreichen Jahren, beende ich mein Studium an der Filmhochschule „Konrad Wolf“ und beginne, als selbständige Drehbuchautorin zu arbeiten. 2009 wird meine Tochter geboren. 2012 heirate ich meine große Liebe. 2014 wird unser drittes gemeinsames Kind geboren. Ich lebe und arbeite in Berlin, bin aber auch oft mit meiner Familie in Thüringen, wo wir fernab der Großstadt, ohne Wlan und TV, die Seele baumeln lassen können.

Ich liebe meine Arbeit als Drehbuchautorin und will Menschen gut und spannend unterhalten.